Die
Grundlage zu den weiteren Arbeiten in diesem Projekt war die Entwicklung
einer Definition von Ingenieur-Dienstleistungen:
"Ingenieur-Dienstleistungen sind eigenständige, marktfähige
Leistungen, die mit der Bereitstellung und/oder dem Einsatz von Fähigkeiten
verbunden sind, die zum Großteil auf Ingenieurleistungen bzw.
-wissen basieren.
Im Rahmen des Entwicklungs- und Erstellungsprozesses werden interne
und externe Faktoren miteinbezogen, um an den externen Faktoren, wie
Menschen oder Objekten, nutzenstiftende Wirkungen zu erzielen.
Diese Leistungen können sowohl für interne als auch für
externe Kunden erbracht werden."
Als
Ergebnis der durchgeführten Recherchen und Bestandsaufnahmen
wurde eine Klassifikation
von Ingenieur-Dienstleistungen entwickelt. Diese erarbeiteten einzelnen
Klassen stellen spezifische und voneinander unabhängige Tätigkeitsfelder
eines Ingenieur-Dienstleisters dar. Alle Dienstleistungen, die ein
Ingenieur erbringt, können systematisch in die Klassen eingeordnet
werden. Je nach Komplexität können dies auch mehrere Klassen
sein. Beispielsweise umfasst die Klasse "Beraten" alle
Beratungsdienstleistungen. Die Ingenieurdienstleistung "technischer
Kundendienst" definiert sich hingegen aus einer Vielzahl von
Klassen, wie "Analysieren", "Beraten", "Berechnen",
usw.
Bei
der Analyse der unterschiedlichsten Ingenieur-Dienstleistungen wurde
deutlich, dass sie sich vom jeweiligen Ablauf kaum unterscheiden.
Daher wurde ein allgemeines Phasenschema
einer Ingenieur-Dienstleistung entwickelt, welches den Ablauf einer
Dienstleistung von der ersten Idee bis zum Abschluss der Arbeiten
und der Übergabe an den Kunden beschreibt. Dabei gliedert sich
die Erstellung einer Ingenieur-Dienstleistung in zwei wesentliche
Phasen, die Potenzialphase (die vor allem bei der Ersterstellung
von Dienstleistungen bedeutsam ist) und die Prozessphase (die unter
anderem die letztendliche Durchführung der Dienstleistung beinhaltet).
Diese beiden Phasen werden durch den Schritt der "Präsentation/Akquisition"
voneinander getrennt und gliedern sich in mehrere Grundschritte
auf. Diese Grundschritte werden in der Regel hintereinander abgewickelt,
eine begrenzte Parallelisierung oder auch ein Zurückgehen auf
vorangegangene Schritte kann aber sinnvoll sein.
Des
Weiteren wurde eine Expertenanforderungsprofil für einen
kundenorientierten Ingenieur-Dienstleister entwickelt. In diesem
Anforderungsprofil
werden die Kernkompetenzen des Ingenieur-Dienstleisters - die fachlich-methodische
Kompetenz, die Management-Kompetenz, die kommunikative Kompetenz
sowie die soziale und persönliche Kompetenz - detailliert beschrieben.
Ziel dieses Expertenanforderungsprofil ist es, Qualifikationsdefizite
bei Mitarbeitern zu identifizieren, Hilfestellungen bei Stellenausschreibungen
und Mitarbeiterauswahl zu geben sowie Möglichkeiten der Bewertung
von Ingenieur-Dienstleistungen und Ingenieur-Dienstleistern zu bieten.
Diese vier bisher genannten Ergebnisse des Projektes bieten unter
anderem eine Basis für gemeinsame Begrifflichkeiten (das Fehlen
einheitlicher Begriffe ist nach Einschätzung mehrerer Studien
ein großes Defizit im Dienstleistungsbereich). Die Kombination
der Klassifikation, des Phasenschemas und des Anforderungsprofils
stellt ein Baukastensystem (dreidimensionale Matrix) dar: Für
die einzelnen Phasen der Dienstleistung lassen sich die konkreten
Tätigkeiten und die dafür erforderlichen Kompetenzen beschreiben.
Damit leistet das System einen Beitrag zur Transparenz einer Ingenieur-Dienstleistung
und deren Vergleichbarkeit für den Kunden. Anbietern erleichtert
das System die Planung einer konkreten Dienstleistung als auch die
Planung der Gesamtressourcen im Unternehmen.
Im
Rahmen des Projektes wurden folgende weiterführende Produkte
(Handlungsanleitungen) entwickelt:
-
Es wurde ein VDI-Richtlinienausschuss gebildet, der die Ergebnisse
des Projektes in eine VDI-Richtlinie fließen lässt.
- Ein
auf die Ergebnisse des Projektes und weiterführenden Arbeiten
des VDI-Richtlinienausschusses aufbauendes Lehrgangskonzept wurde
erstellt, in dem Ingenieure sich durch die erfolgreiche Teilnahme
an sechs dreitägigen Lehrmodulen zum Ingenieur-Dienstleister
qualifizieren können.
- Zusätzlich
dazu wurde eine Seminarkonzept erarbeitet, dass in seiner ein-
bzw. halbtägigen Form Entscheidungsträgern aus Wirtschaft,
Forschung und Politik das Berufsbild des Ingenieur-Dienstleisters
näher bringen soll und in seiner zweitägigen Form Ingenieure
mit dem Berufsbild vertraut machen und erste Erfahrungen vermitteln
soll.
- Aus
den erarbeiteten Ergebnissen wurde ein Leitfaden zur Bewertung
von Ingenieur-Dienstleistungen und Ingenieur-Dienstleistern erstellt.
Hiermit soll ein erster Einstieg in die Qualitätsoptimierung
und Qualitätssicherung von Ingenieur-Dienstleistungen erreicht
werden.
- Die
Ergebnisse und deren praktische Umsetzung wurden auf der Abschlusstagung
des Projektes einem Fachpublikum vorgestellt. Die Konferenz fand
unter dem Titel "Profitieren durch Ingenieur-Dienstleistungen"
statt.
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